Tagesimpulse
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Das war doch nicht so schlimm

Tagesimpuls 29.5.17

In vielen meiner Sitzungen taucht an einem bestimmten Punkt die Erfahrung auf, wo du ignoriert worden bist; nicht von jemand anderem, sondern von dir selbst – in unzähligen, kleinen Situationen des Alltags. Es ist die Erfahrung, zu meinen anders sein zu müssen als man ist, um dazuzugehören, gemocht zu werden oder um erfolgreich zu sein.

Die Erfahrung aus diesen Sitzungen zeigt auch, dass jedes Mal, wenn eine Stimme in dir übergangen wird, eine Art Verletzung und Verrat passiert. Verinnerlicht wurden Sätze wie …

  • „Das ist doch nicht so schlimm“
  • „Stell dich nicht so an“
  • „Das ist doch kindisch“
  • „Sei still“
  • „Hör auf“

Die Gewöhnung an diese Sätze kann so stark sein, dass sie am Anfang einer Serie von Sitzungen nicht sichtbar werden. Stattdessen erscheint oft erst das Gefühl, nichts spüren zu können, die eigene Stimme nicht finden zu können; oder Opfer einer inneren Blockade oder Verstimmung zu sein, gegen die es anzukämpfen gilt.

Anpassung und Verrat

Stattdessen ist es hilfreich, sich einerseits den Teilen in sich zu stellen, die die völlige Anpassung fordern und dann vor allem den Teilen, die dadurch ständig übergangen und verraten werden.

Anpassung fordern Teile ins uns – die Wächter/Beschützer sind, wenn es darum geht, verletzende Erfahrungen zu verhindern, z.B. ausgelacht und erniedrigt zu werden. Sie haben bei genauem Hinsehen die Absicht, mich zu schützen. Es ist nicht einfach, diesen Teilen offen zu begegnen, weil sie oft hart, kalt, abweisend, abwertend, brutal erscheinen.

Übergangene und verratene Teile haben die Erfahrung, keine Stimme mehr zu haben. Es ist anfangs schwierig, ihnen zu begegnen, weil sie Verrat und Verletzung erwarten. Hier ist Geduld und echte Präsenz gefordert – und der Wunsch, diesen Teilen endlich zuzuhören und ihnen eine klar hörbare Stimme im eigenen Leben zu geben.

Jetzt erzähl mal

Sich nicht mehr selbst verraten zu wollen oder sich nicht mehr als Opfer fühlen zu wollen sind kraftvolle Motive, die in den Sitzungen entstehen können. In den Sitzungen ist dies oft besonders intensiv spürbar.

Dann – zwischen den Sitzungen –  gilt es, dies im Alltag umzusetzen, in vielen kleinen Situationen innerlich neugierig zu werden und „Jetzt erzähl mal!“ zu sagen neben dem Teil, der vielleicht immer noch sagt „Stell dich nicht so an!“

Von Herz zu Herz
Renate

Foto credit: © Papuchalka – kaelaimages – Shutterstock/com
Foto credit: Free Images Pixabay CC0

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in: Tagesimpulse

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“Ich hole Menschen dort ab, wo sie sich emotional und mental gerade befinden. Ich will keine Illusionen nähren und am Ende nur ein weiterer Teil der Selbstoptimierungs- und ErleuchtungsMaschinerie sein, die nie liefern kann was sie verspricht. Mein Wunsch ist es, dich die Energien und Impulse der Geistigen Welten in deinem Körper spüren zu lassen. Ziel ist, dich erfahren zu lassen, dass dieser Körper mit all seinen Gefühlen und Emotionen total o.k. ist und darüber hinaus noch viel viel mehr. Ich lebe eine moderne Spiritualität und meine Gurus sind nicht im Himalaya zu finden. Meine Meisterin ist mein Höchstes Selbst und die Wesen der Geistigen Welten, welche mich schon seit Urzeiten begleiten.”

2 Kommentare

  1. Gaby sagt

    Danke liebe Renate
    bei solchen Prozessen hilft mir die Enneagrammarbeit, Bewußtheitsübungen, gute erfahrene Lehrer, Menschen mit tieferem Verständnis und Fähigkeiten u Möglichkeiten (wie Du) – guter Austausch, auch Bücher – um mich aufmerksam zu machen, wo/was sind meine Schatten, wie ticke ich, was unterstützt mich, so entferne ich mich von dem, was ich bin, was ich will …… was will ich denn? Tiefe Gefühle zulassen, damit sein und sei es noch so schmerzlich, sich überhaupt zu spüren, auf den Ebenen, der Angst begegnen (der Todesangst, der Vernichtung) …….
    Aber ehrlich, alles steht und fällt mit der Absicht, ab sofort alles, wirklich alles zu fühlen ……. nichts mehr wegzuwischen oder verdrängen …… in die Stille gehen mit allem, was sich zeigt!!
    So easy und doch tun wir uns irre schwer …..
    von Herz zu Herz
    Gaby*

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    • Ja es klingt so easy, aber wir alle haben immer wieder Anflüge davon, dem Schmerz und den Emotionen in uns ausweichen zu wollen.
      Schönen Tag noch, Renate

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