Erhöhtes Bewusstsein
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Irrungen und Verwirrungen

Dieser Exklusivartikel ist jetzt freigegeben und wurde neu überarbeitet..

Das ist der 2. Artikel aus der Exklusivreihe, geschrieben von Steven Black.
Auf seinem Blog schreibt er über viele Themen die sich rund um Bewusstsein, Transformation und andere Themen drehen. Meistens schreibt er über aktuelles Zeitgeschen und was ihn gerade beschäftigt und inspiriert. Wenn du ihn näher kennenlernen möchtest, bist du herzlich eingeladen auf seinem Blog vorbeizuschauen.

Geschrieben von Steven Black

Mir begegnet immer wieder die Ansicht, dass diese Art von Arbeit und Auseinandersetzung mit sich selbst nur Leute machen müssten, die schwere Traumata erlebten. Die entweder sexuellen und/oder schweren physischen Missbrauch oder andere extreme Demütigungen erlitten haben. Mal abgesehen davon, dass solche massiven Formen von Traumata tatsächlich in die Hände von speziell dafür ausgebildeten Fachkräften gehört und mit spiritueller Entwicklung nicht zusammengewürfelt werden sollte – erleben alle Menschen traumatische Erfahrungen und viele davon wurzeln in den Kindheitsgeschichten. Deren Nachwirkungen wir bis in die heutige Gegenwart spüren. Es ist eine Last, die wir tragen, bis wir die Kraft und den nötigen Mut haben, diese prozessieren können.

Was ist ein Trauma?

Der Begriff selbst kommt aus dem Griechischen und bedeutet nichts anderes als Verletzung oder Wunde. Darunter wird jedes Erlebnis verstanden, dessen Bewältigung den Menschen überfordert. Eine emotionale und gleichzeitig psychische Erschütterung des Bewusstseins, wobei der jeweilige betroffene Mensch sich nicht in der Lage sieht, das erschütternde Erlebnis zu verarbeiten. Wie Mike Hellwig mit seinem Therapieansatz “Radikale Erlaubnis” zutreffend anmerkte, es ist nicht das schwierige Erlebnis selbst, welches das Trauma verursacht, sondern die Tatsache, das man alleine damit war.

Ein Trauma kann jede Erfahrung sein, die emotional und/oder psychisch nicht verdaubar gewesen ist. Psychologischen Untersuchungen zufolge muss ein schreckliches Erlebnis nicht zwangsläufig ein Trauma zur Folge haben. Bei Vergleichen von Kindern, die ein und dasselbe schlimme Erlebnis hatten, unterschieden sich diejenigen Kinder, die kein Trauma davongetragen hatten, einzig dadurch, dass jemand da war, der dem Kind half, die Erfahrung zu verarbeiten. Das wirklich traumatische an einer überwältigenden Erfahrung war nicht das jeweilige Erlebnis, sondern weil du als Kind damit alleine gelassen wurdest. Ein Hammer landete quasi auf deinem Kopf und dir dämmerte die Erkenntnis – “ich bin total alleine damit.” Das ist das wirkliche Trauma, das ist es, was nicht bewältigt werden konnte.

Viele Menschen haben solche Erfahrungen tief in sich begraben und haben oft keine, oder nur mehr geringfügige, Erinnerungen daran. Die Frage, die sich stellt ist – warum sollte ich, wenn ich eh keine Erinnerung mehr daran habe, mich extra damit auseinandersetzen? Das ist eine sehr gute Frage, deren Beantwortung vermutlich nur jene Menschen anspricht, die sich selbst und ihr Leben wirklich neu ordnen wollen. Die sich selbst auf ein völlig neues Niveau anheben möchten.

Meine persönlichen Erfahrung mit der Fühlarbeit ist, je tiefer man damit kommt, je tiefer man in sein eigenes Bewusstsein dringt, desto mehr staunt man, was dort so alles vorhanden ist. Da lernt man dann, wie verletzlich der Mensch wirklich ist und wie viel an Verdrängung, Vermeidungsstrategien und Verletzungen sich wirklich in einem befinden.  Es gibt in der spirituellen Szene viele unterschiedliche Konzepte, aber auch Aussagen, die einiges an Verwirrung beinhalten, die nicht nur wenig hilfreich sind, sondern vor allem verhindern und vermeiden, dass der Menschen wirklich in Kontakt mit seiner Wunde kommen könnte.

Kürzlich entdeckte ich dieses Bild, mit folgender Aussage: “Die Wahrheit über dein Herz: Dein Herz heilt sich selbst. Du musst dich um deinen Geist kümmern. Dein Geist sperrt Erinnerungen ein. Fragmente schmerzvoller Erfahrungen, die dich wie scharfe Klingen schneiden. Dein Geist hält dich nachts wach, bringt dich zum Weinen, wieder und wieder. Du musst deinen Geist überzeugen, dass er sich nicht darum zu kümmern braucht, weil dein Herz bereits weiß, wie es dich zu heilen hat.”

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Oder wie aus diesem Post auf Facebook:

„Der Körper kann nichts erschaffen, er ist tot. Nur der Geist der beschlossen hat, in ihm gefangen zu sein, erhält ihn am Leben. Wie wir unseren Körper wahrnehmen spiegelt exakt den Zustand des Geistes wieder ..

Wenn wir uns bewusst werden, dass wir in Wirklichkeit nicht im Körper – also nicht „hier“ sind, können wir erkennen, dass wir mit unseren Emotionen, Befindlichkeiten, Krankheiten usw. nichts zu tun haben, Gar nichts. Sie sind alle ausgedacht ..

Ich verrate Euch etwas aus eigener Erfahrung: Wir müssen diesen Scheiß, der uns leiden lässt nicht fühlen. Es ist eine Entscheidung. Der Entschluss, zu leiden hat einen Grund, den man verstehen muss – auch das Ego hat dasselbe Ziel wie der gesunde Anteil in uns: Der totale Frieden. Das ist immer das Ziel. Allein die Logik des Egos ist vollkommen wahnsinnig, weil es glaubt durch Leid, Tod und Vernichtung dorthin zu kommen ..“

Nein, iwo, wir sind nicht im Körper und wir haben mit unseren Emotionen oder gar Krankheiten natürlich üüüüüberhaupt nichts zu tun. Du hast keine Zähne, die dir manchmal ausfallen oder weh tun, du hast keinen Penis/Vagina, um sexuell mit anderen zu verschmelzen. Du hast kein Herz, kein Blut, das sind alles nur Illusionen des Ego. Nein, wir brauchen all das nicht zu fühlen, wir sind nämlich gar nicht hier. (Wusste wieder mal keiner) Wir leben in einem toten Körper, wo wir nichts fühlen müssen – wow! Diese Aussage ist ein spiritueller Bypass in höchster Vollendung – eine so gradlinige Fluchtbewegung, weg von sich selbst, verkauft als „höchste Wahrheit“.

Der unbändige Wunsch, die Wahrheit in sich nicht fühlen zu müssen, kann die unglaublichsten Vermeidungsstrategien produzieren, damit wir dem inwendigen Schmerz in uns ausweichen und damit uns selbst niemals begegnen. Ja, wir sind nicht nur unsere Geschichte, aber wir sind eben auch unsere Geschichte. Und diese Geschichte ist ganz persönlicher Natur, man löst sie nicht, indem man auf eine virtuelle Ebene flüchtet und behauptet, es wäre nicht wahr.

Dasselbe gilt für den obigen Absatz, wo behauptet wird, das Herz heile sich selbst. Ja genau, überzeuge einfach deinen Geist, dass er sich nicht darum kümmern muss, weil dein Herz weiß ja schon, wie es dich heilen wird. Überzeuge einfach deinen Geist davon… – das gehört für mich in die Rubrik -“spiritueller Glückskeks”. Ich weiß nicht, wie man auf so eine Idee kommen kann, vermute dahinter aber zu viel Lektüre vom Format – “die Kraft des Geistes”, oder, “die Macht der Gedanken”. Nur so kann ich mir vorstellen, dass man auf die Idee kommt, man müsse (oder könnte) seinen Verstand überzeugen. Schon klar, Gedanken sind wichtig, denn der Geist des Menschen, wenn er direkt in eine Richtung fokussiert wird, kann eine Menge bewirken.

Unsere Emotionen und Gefühle bilden die allerdings Grundlage für unser Denken.

Unser Denken gibt uns wiederum die Möglichkeit, was wir fühlen zu definieren, einzuordnen und zu bewerten. Denken und Fühlen beziehen sich ständig aufeinander. Die Emotionen sind aber vorrangig zu betrachten, sie sind die Grundlage und der Treibstoff, wodurch Gedanken nach Verwirklichung streben.

Nein, tut mir leid, das Herz weiß ganz sicher nicht, “wie es dich zu heilen hat”. Das Herz und das Herzchakra sind keine externen Kräfte, die von sich aus und eigenständig irgendwelche Transformationsarbeit leisten könnten. Sie sind zwar Teil des Gesamtsystems, aber Transformationsarbeiten sind Bewusstseinsprozesse, die der gesamte Mensch selber machen muss.

Schmerzvolle Erlebnisse werden abgekapselt und eingelagert, weil der Mensch mit seinem Leben ansonsten einfach nicht weitermachen könnte. Das abspalten und abtrennen von Anteilen ist ein neurologisch verankertes Notfallprogramm. Es startet vollautomatisch, sobald das emotionale und psychische Überleben bedroht wird. Die erste Erfahrung dazu haben wir meist in der Kindheit gemacht. Dabei wird der spezifische Anteil, der dieses schmerzvolle Erlebnis hatte, abgespalten und in Sicherheit gebracht, damit die menschliche Erfahrung weitergehen kann, Überleben gesichert ist.

Wenn so ein Teil von uns abgespalten wird, erfolgt ein Abbruch des kontinuierlichen Erlebens und der Entwicklung, denn solche Teile frieren dann sozusagen in ihrem Erleben ein, bleiben jedoch im Hintergrund aktiv. Abspaltung ist ein Notfallprogramm, zur Sicherung des Überlebens – und jeder Menschen, ausnahmslos, hat solche Erfahrungen in der Kindheit gemacht. Es wäre unmöglich beim gegenwärtigen Bewusstseinszustand der Menschheit – d.h. es ist  irgendwann sicher Traumata passiert. Der Mensch baut daraufhin und im Laufe seines Lebens ein immer effektiveres, strategisches Abwehr– und Widerstandsverhalten auf, in der Begegnung mit anderen Menschen, und dem Leben an sich. Wir haben Barrieren erbaut gegen wirkliche Begegnungen. Denn in einer wirklichen Begegnung haben wir offene Herzen. Ein offenes Herz ist aber der Verletzlichkeit oftmals schutzlos preisgegeben. Deswegen haben wir ja soviel Angst uns wirklich zu öffnen – verständlicherweise, denn wir könnten ja wieder verletzt werden.

Die hauptsächlichen Probleme des Menschseins liegen auf der Gefühlsebene und nicht im Verstand und das ist eine 100% Kehrtwendung vom üblichen Denkprogramm, mit dem wir im Westen alle großgezogen wurden.

Bei den meisten Menschen ist die Herzebene ziemlich verletzt. Der Emotionalkörper (fühlen) ist dem Mentalkörper (denken) vorgelagert. Wir fühlen, bevor wir denken – immer. Unser Denken gibt wiederum den Gefühlen Bedeutung und Definition.

Wenn der Verstand eines Menschen die wildesten Verrenkungen macht – was passieren kann und jeder natürlich selbst erfahren hat – so ist dies den emotionalen Ungleichgewichten im Menschen geschuldet, welche den Verstand (auf unterschiedlichen Ebenen) maßgeblich beeinflussen. Wenn sich unverdaute, emotionale Energien in uns zu stauen beginnen, dann erzeugt dies eine Anspannung in uns, die bis tief in die Zellen, Muskeln und die gesamte Knochenstruktur dringt. Diese Spannungsvibration ist es auch, die unseren Verstand und unseren Körper in einen kontinuierlichen Stresszustand bringt.

image_thumb[5][2]Aus diesem Grund ist Körperarbeit ebenfalls wichtig. Ich empfehle die “Trauma Release Exercises” (TRE) Methode, nach David Berceli – sie wird auch “neurogenes Zittern” genannt. Die von David Berceli entwickelte TRE®-Übungsserie zielt auf die dem Organismus innewohnenden Lösungsmöglichkeiten muskulärer Verspannungen ab, die in Stress und jeglicher Form von Trauma eine zentrale Rolle spielen. Das Buch kann man hier erwerben: http://niba-ev.de/

Es ist diese innere Anspannung, wenn dein “Geist dich nachts wach hält”. Nur selten ist Menschen bewusst, wie stark ihre eigene, innere Anspannung ist. Man gewöhnt sich an diese innere Anspannung, welche aus verdrängten, abgespaltenen, unverdauten Erfahrungen innerer Anteile und der dabei entstandenen Emotionen resultiert. Man kennt es nicht anders und empfindet daher den Stresszustand als normalen Zustand. Vielen Menschen ist überhaupt nicht klar, dass ihr Nervensystem in einem konstanten, reaktiven Alarmzustand ist. Wenn die Menschen das nicht fühlen, wenn sie sich selbst zu wenig fühlen, dann leuchten einem solche Erklärungen, wie etwa – der Verstand sei “das Übel” und andere unausgegorene Projektionen, durchaus ein.

Wenn irgendwelche, sogenannte negative Gedanken aufsteigen und uns überfallen, dann ist das nicht, weil wir anscheinend unfähig sind, “den Geist zu überzeugen”, er solle das bitte nicht tun. Nein, das ist spirituell verbrämter Unsinn. Der Grund dafür ist, weil unterhalb der unangenehmen oder als stressig empfundenen Gedanken ein Gefühl, eine Emotion liegt, die an die Oberfläche möchte, gesehen und anerkannt werden will. Aus demselben Grund funktioniert “positives Denken” nicht  – es kann nicht funktionieren, wenn die emotionale Fühlebene nicht geklärt ist. Eine positive Ausrichtung ergibt sich natürlicherweise, wenn die emotionalen Themen integriert und abgehakt sind.

Wie bitte schön, soll “das Herz” irgendetwas heilen können, wo doch die Herzebene der Menschen am meisten verletzt ist? Kann mir das mal bitte jemand erklären? Wer das nicht glaubt, sollte mal eine Aufstellung dazu machen. Da sieht man dann sehr genau, was wirklich los ist mit dem menschlichen Herzen. Aufstellungen sind ein regelmässiger, praktischer Teil meines Lebens. Wir machen viele Aufstellungen, weil es ein sehr wertvolles, ausgezeichnetes Diagnosewerkzeug ist. Als wir in einer der CoReOn Gruppen die Chakren der Teilnehmer aufstellten, da waren wir alle sehr überrascht, was dabei herausgekommen ist. Da liegt dann eine Person, welche die Energie vom Herzchakra übertragen bekam, zusammengerollt in der Fötushaltung mit dem Gesicht gegen die Wand, abgewandt von den anderen Chakren und sagte – “ich fühle mich erkaltet, richtig eingefroren”… „ich mag nicht mehr, ich will gehen“ ..

Im Jahre 2010 las ich einen Artikel von einer bekannten spirituellen Lehrerin –  die den Leuten empfahl, man solle alle Verletzungen einfach ins Herzchakra reinnehmen, das würde es dann transformieren. Das ist meiner Meinung nach unglaublich verantwortungslos, eine verletzte Ebene mit weiterem Schmerz vollstopfen, anstatt ihn zu verdauen und aktiv zu prozessieren. Herzkrankheiten sind ja nicht zufällig eine der häufigsten Todesursachen.

Der spirituell orientierte Mensch ist ein Suchender, so wurde es immer genannt. Instinktiv, ohne es wirklich erfassen zu können, weiß der Suchende, dass ihm etwas fehlt – denn er fühlt sich nicht ganz. Wonach sucht er? Ist es wirklich Spiritualität oder eher Heilung? In der heutigen Zeit ist es auch sehr modern geworden, nach einem Seelenpartner oder seiner Zwillingsflamme/Dualseele zu suchen. Auch der “normale Mensch”, der ohne spirituelles Interesse ist, sucht ständig nach einem Partner, der ihn irgendwie ausfüllt und mehr ganz machen soll. Das bedeutet, wir übertragen und projizieren damit auf andere Menschen die Verantwortung und die Macht, uns glücklicher und vollständiger zu machen. Das ist nicht nur unfair, sondern auch unmöglich, das kann nur schiefgehen.

Andere Menschen mögen uns viel geben können und andere Menschen sind natürlich wichtig, weil wir als Menschen nun einmal soziale und fühlende Wesen sind. Aber andere Menschen können uns nicht wieder ganz-machen, denn was uns wirklich fehlt, wonach wir im Grunde wirklich suchen, sind die verletzten, abgetrennten Persönlichkeitsanteile von uns selbst. Diese Ganzheit werden wir nie erfahren, wenn wir uns nicht uns selbst, unserem Innersten, zuwenden. Sie ist nicht möglich durch andere Menschen oder irgendwelche anderen Angebote im außen, nicht durch “positives Denken” oder sonstige Glückskeksboten, zu finden. Und es wird nie möglich sein, wenn wir nicht aufhören vor uns selbst wegzulaufen.

Wer hätte gedacht, dass diese Ganzheit in all den Dingen zu finden ist, die wir von uns wegschieben, die wir leugnen, die wir vermeiden? Dass es in unseren Schattenseiten zu finden ist, ausgerechnet dort, wo eigentlich kaum jemand hinschauen will? Dass Ganzheit in unseren Schatten zu finden ist? Dieser Begriff der Schatten ist übrigens auf Carl Gustav Jung zurückzuführen, der die Gesamtheit all unserer Verleugnungen, unseres Schmerzes und unsere Traumen unter diesen Begriff zusammenfasste.  Er sagte: “Der Schatten ist alles das, was du auch bist, aber auf keinen Fall sein willst.“

Wenn wir uns nicht mit unseren Schattenseiten, also unseren eingefrorenen, abgespalteten, ungeliebten Teilen, nicht auseinandersetzen, dann blockiert dies die persönliche Lebenskraft, behindert unsere Beziehungen und ist dafür verantwortlich, dass unsere Träume sich nicht verwirklichen. Wir werden unsere Verwundbarkeit, unsere Verletzlichkeit weiter vor anderen Menschen und uns selbst verstecken, um uns beschützt und sicher fühlen zu können. Das macht uns unnahbar und es verhindert, dass wir in Verbindung mit unserem Innersten sind.  Wir ziehen weit vorausschauend und oft willkürlich Grenzen, in der Absicht, sicheren Raum für uns zu schaffen, aber kapseln uns dadurch immer stärker in eine Blase ein, wo uns nur mehr wenig erreicht. Und wir können niemand anderen dafür verantwortlich machen, denn wir selbst erschaffen diese Grenzen.

Entgegen der Annahme einiger Menschen, macht uns die Begegnung mit unseren Ängsten, unserem inneren Schmerz, unserer Hoffnungslosigkeit, unsere Wertlosigkeit und was noch so alles in “uns wohnt”, stärker und nicht schwächer. In dem Moment, wo wir in Kontakt mit unseren wirklichen Empfindungen gehen, die wir ansonsten gerne wegschieben, treten wir in Kontakt mit unseren inneren Anteilen, welche diese Gefühle und Erfahrungen gemacht haben. Indem wir bereit sind alles in uns zu fühlen, was wir sonst leugnen, abwehren und verstecken mussten, schlagen wir ein völlig neues Kapitel in der Beziehung mit uns selbst auf.

Es ist diese tiefere Beziehung mit uns selbst, die uns fehlt.

Das ist es, was wir alle suchen. Jeder dieser Teile, die verdrängt, abgespalten oder eingefroren wurden und deren Entwicklung stagnierte, trägt eine Portion unserer Lebenskraft und Energie, die uns nicht mehr zur Verfügung steht. Indem wir anfangen, dem Schmerz in uns, der Angst und den anderen schwierigen Empfindungen, welche diese Anteile tragen, zu begegnen, indem wir diese emotionalen Realitäten anerkennen und bestätigen, arbeiten wir aktiv an unserer Ganzheit. Der Emotionalkörper hat eine Verdauungsfunktion! Indem wir uns bewusst hinsetzen und fühlen, aktivieren wir diesen Verdauungsvorgang und die Energien können wieder zu uns zurückfließen. Ganzheit passiert, indem wir alle unsere Teile wieder zu uns zurücknehmen, sie anerkennen und fühlen.

Was sich hier so locker und flüssig liest, ist allerdings nicht so einfach, wie einige von uns wissen. Wir haben sogenannte Wächter/Beschützerstrukturen, deren Aufgabe es ist, uns vor dem Schmerz und den Ängsten unserer Anteile zu beschützen, um das Gesamtsystem intakt zu halten. Und diese Wächter versuchen zu verhindern, dass wir wirklich tief mit unseren Wunden in Kontakt kommen. Was bedeutet, die Wächter werden nur Stück für Stück mehr altes Trauma zulassen, wenn sie sehen, wir sind jetzt tatsächlich fähig dazu, unsere unverdauten Emotionen zu fühlen. Deswegen dauert es, bis wir wirklich in die Tiefe, an die Wurzel der Problematik kommen. Aber das ist in Ordnung, denn es braucht Zeit und die persönliche Erfahrung, dass man tatsächlich in die eigene “Unterwelt” gehen kann und unbeschadet wieder herauskommt. Das ist ein Prozess und er hat viele Ebenen.

Unsere Wunden verändern sich und wir bekommen die Weisheit, die Erkenntnisse und die Energie zurück, die mit der jeweiligen schwierigen Erfahrung in Zusammenhang steht. Der Mensch wird innerlich ruhiger, fühlt sich stabiler als je zuvor in seinem Leben und wird fähig, eine tiefere Beziehung mit sich selbst und anderen Menschen einzugehen, was das persönliche Leben enorm bereichert.

Until next time same station ..

Linknachweise:

https://stevenblack.wordpress.com/

Om Mani Padme Hum 💚

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© 01/2017, Renate Hechenberger.
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