Innere Personen, Steven Black
Hinterlasse einen Kommentar

Lerne deine Gefühle und Gedanken kennen

geschrieben von Steven Black:

Wie ich einigen E-Mails entnehmen kann, scheint bei einigen Leser/Innen der Glaube vorzuherrschen, es ginge immer um dicke Probleme, die sich zu unüberwindbar scheinenden Hürden auftürmen. Nein, dem ist nicht so, bei weitem nicht. Aber klar, solche “Dinge” gibts bei vielen Menschen. Die Mehrheit aber hat damit nicht wirklich zu kämpfen, sie denken, sie hätten die “Dinge” – mehr oder weniger, im Griff.

Natürlich, die Leute gibts sicher auch. By the Way, was dem einen sein Trauma, ist dem anderen vielleicht nur sein Kopfweh ..

In meinen gegenwärtigen Beiträgen geht’s vielmehr um eine Neukalibrierung unseres “Betriebssystems”. Einer Sortierung des “Festplattenspeichers”, Neuordnung von Inhalten des Denkens, Fühlens, des erlebten und wahrgenommenen.

Wir alle kennen das sattsam bekannte “Gedankenkarussell” – was viele Menschen als eine Kakophonie mehrerer, sich teilweise widersprechender Stimmen wahrnehmen. Und aber WER denkt hier, WER ist dafür verantwortlich?  Wir selbst? WENN das stimmen würde, dann wärs ja einfach, da bräuchte man bloß aufhören zu denken, nicht wahr?

Aber so einfach funktioniert es meist nicht, ich meine, daß sind schon wir, nur – welcher Anteil von uns? Unser Gegenwarts-Selbst ist es nämlich nicht ..

Warum wir erst anfangen, uns selbst besser zu verstehen:

Was wir Gedanken nennen, sind oftmals nur Monologe unserer inneren Anteile. Daraus beginnen dann auch innere Dialoge, weil wir drauf reagieren, wenn die Gedanken uns nerven – wir sagen etwa, “verzeih dich, hau ab, ich kann das jetzt nicht brauchen”, etc.  Man verbannt diese inneren Stimmen, weil das, was sie sagen uns unangenehm, lästig und anstrengend ist.  Aber diese Verbannung ist nicht aufrechtzuerhalten, sie kommen aus dem Unterbewusstsein, wohin sie von uns selbst verdrängt wurden. Sie werden immer wieder erscheinen, wenn wir am wenigsten drauf gefasst sind. Wenn wir müde, unaufmerksam, unbewusster sind ..

Das bewusste denken, unseres Jetzt Selbst ist was völlig anderes.

Wir finden vielleicht jene Stimme noch ganz prima, die uns dran erinnert aufzuräumen, wichtige Dinge zu erledigen, die uns motiviert und sogar hilfreich dabei ist, etwas real umzusetzen.

Aber was ist mit den Stimmen und Impulsen, die uns kritisieren, die uns ständig unter Druck setzen etwas zu tun, was uns unangenehm ist? Was ist mit dem inneren Richter, dem inneren Verteidiger, der stets Selbstrechtfertigungen bereit hält, aber beispielsweise, bei einem Streit mit dem Lebenspartner sofort die Verteidigungslinien absteckt? Mitten in dem zuerst eher harmlosen Streit/Meinungsverschiedenheit,  sagt der Partner etwas, was eine Emotion auslöst und einen mit Urgewalt überrollt. Plötzlich sehen wir mit den Augen jenes Anteils, übernehmen dessen verzerrte Sichtweise, einer “Schwarz-Weiß Perspektive” von Anklage und Schuldmustern – und sprechen gemeine und verletzende Worte.

Was ist mit dem inneren Ankläger? Und es gibt n paar mehr .. welche Gefühle, welche Reaktionen haben wir für das Verhalten dieser Anteile? Mögen wir sie, finden wir sie abstoßend? Meist etikettieren wir jene als “gut”, die uns angenehm sind und als “böse”, als uns nicht zugehörig, welche uns und unserer Umgebung unangenehm sind. (Los, ab in den Knast mit dir .. )

Diese Stimmen, Gefühle, Impulse und Emotionen sind innere Anteile, real existierende und sehr individuell agierende “Personas”, sogenannte Unterpersönlichkeiten. Einige davon mögen von Kindheitsaspekten kommen, andere sind womöglich schon viel länger anwesend. Sie alle besitzen sehr wertvolle Eigenschaften, können hilfreich sein und unser DaSein unterstützen. Sie sind KEINE Metapher, wie ich selbst erlebte. Aber einige dieser “inneren Familie” haben unschönes erlebt, haben destruktive Emotionen und Glaubenssätze inhaliert, die womöglich gar nicht die ihren waren, sondern von der Außenwelt, den Eltern, usw. – übernommen wurden.

Werden diese erlebten Emotionen, Gefühle und Glaubensmuster von uns weggedrückt, werden sie ins Unterbewusstsein wandern und von dort aus ihr Unwesen treiben. Nur weil wir diese Gefühle nicht wahrnehmen wollen, werden sie nicht verschwinden .. (seufz ..)

Wir dürfen heute die Idee eines Ichs, als alleine unabhängige Wesenheit gründlich verneinen.

Mensch in materieller Verkörperung, bedeutet ein vielschichtiges, komplexes Gebilde an Gefühlen, Mustern, Emotionen, Energiefeldern und Ebenen zu sein, ein ganzes Konglomerat innerer Strukturen. Dessen unglaubliche Bandbreite und Ausdrucksmöglichkeiten, dessen Phantasie und Intelligenz durch geistige, physische und spirituelle Verletzungen, sowie angenommenen Glaubenssätzen beschränkt wird. Viele davon fügt sich der Mensch selber zu, aufgrund Unwissenheit und mangelnder Erfahrung .. andere kommen durch Erziehung, Schulwesen, Medien, durch Manipulation, Indoktrination, usw.

Of course, was hat man nicht alles für Blödsinn geglaubt ..

Unser Ich wird durch Abspaltung fragmentiert und ist nicht mehr ein einheitliches Gebilde. Durch die Trennung des Erlebens, in “da drinnen” und “da draußen”, wird ein strategisch denkendes, auf Berechnungen aufgebautes Selbst gebastelt, welches sich grundsätzlich über den Mentalkörper alleine definiert. Manche nennen es “negatives Ego”, “MaskenSelbst”, usw. Viele seiner Impulse sind übers 3. Chakra vernetzt. Und das MaskenSelbst läuft in eine Menge “Einbahnstraßen” rein ..

Dazu wäre noch zu sagen, daß einige Menschen ganz prima mit ihren Subpersonas und unterschiedlichen Charakteristiken leben können, nie im Leben größere Probleme haben, oder sehr unglücklich sind – die Subpersonas leben mit in ihnen, spielen mit ihnen und begleiten sie relativ entspannt. Auf irgendeine Weise hatten diese Leute ein “glückliches Händchen” und manifestierten die halbwegs angemessenen, weil passend auf die Erfordernisse zugeschnittenen “Subpersonas”.

image<- Quelle:

Die eine “Subpersona” ist möglicherweise ein talentierter Organisator, eine anderer Anteil wiederum ist gut darin, Menschen möglichst diplomatisch, aber bestimmt zu managen, wieder ein anderer kann prima mit der allgemeinen “Geistlosigkeit” schäkern, wohingegen andere Teile in uns davon absolut frustriert werden.

Aber bei anderen Menschen spielen die Teilpersönlichkeiten nicht wirklich überall mit. Es herrschen Rivalität, Wut, Scham, Minderwertigkeitsgefühle, Selbstverurteilung and whatsoever .. einige Anteile polarisieren und bekämpfen sich, was das Jetzt Ich des Menschen in ein Gefängnis, sich wiederkehrender Unschlüssigkeit bringen kann.

Der einzige “Alleskönner” jedoch ist unser Kern, unser wahres Selbst. Es ist frei von Urteil, frei von Schuld, frei von Wertung und lebt aus dem Herzensfeld ..

Es muss sowieso jeder selbst wissen, wie viel Freude und Selbstliebe in seinem Leben wirklich existiert, wer zufrieden ist, wird kaum etwas unternehmen, um das wahre Selbst aufzuwecken und seine Felder klären. Wozu auch, wird man sich fragen, wenn alles “okay” ist. Aber “okay” zu sein, ist nicht grade das beste was einem passieren kann. Ein halbvolles Glas Wasser ist ja auch nicht wirklich voll, aber man trinkt es, weil nicht mehr davon vorhanden ist. Persönlich hätte ich aber schon gerne ein volles Glas ..

Und ich weiß schon, es kann bizarr wirken, die Idee anzunehmen, man habe eine Beziehung mit seinen Gedanken und Gefühlen, genauso, wie mit anderen Menschen. Aber man kann das ja mal versuchen, damit herumspielen, mal sehen, was so zum Vorschein kommt .. Immerhin be-ziehen wir uns auf unsere Wahrnehmungen, seien sie physischer, geistiger oder spiritueller Natur. Wir werden in allem was wir tun, immer mit ihnen vernetzt ..

Diverse Befürchtungen kann man getrost beiseitelegen, die mit Erkrankungen namens Multipler Persönlichkeitsspaltung, oder Schizophrenie einhergehen. DAS wär was völlig anderes ..

Lasst euch mal kurz auf den Versuch ein, daß einige eure Gedanken und Gefühle verschiedenen Persönlichkeitsanteilen zuzuordnen wären.  Man muss es ja nicht zwingend übernehmen, nennen wir’s ne Arbeitshypothese …  es geht um nichts weiter, als innere Bilder. Wie wäre es, wenn man nicht mehr sagen müsste – “ich habe diese negativen Gedanken in mir”, sondern formuliert: “Es gibt Teile in mir, die dies und das tun” ..  Und dabei geht’s sicher nicht darum, die Verantwortung an imaginäre Phantasievorstellungen abzuschieben. Sondern, ganz im Gegenteil, die Verantwortung darüber anzunehmen, denn sie sind wir und wir sind sie. Man begegnet diesen Anteilen aus der Perspektive unseres wahren, mitfühlenden Selbst, auf einer Ebene von Achtsamkeit und Verständnis – und vor allem kommt Neugier dabei ins Spiel.

SUPER, wird sich der eine oder andere Leser denken, und, was nützt mir das jetzt? Jetzt weiß ich das alles, aber steh mit “leeren Taschen” da ..

Aux contraire, mon Ami – ich habe mir gedacht, ich werde euch heute eine Methode vorstellen, wie sie Richard C. Schwartz erarbeitet und in seinem kleinen, 160 Seiten Büchlein über “das System der inneren Familie” beschrieben hat.

Einem Kerl, der sich aus dem Berufsdogma der Psychiatrie und Psychologie freigeschwommen hat und den Mut hatte, eigene Wege zu gehen. Einem Mann, der aufgrund eigener Unzulänglichkeiten entdecken musste, daß die herkömmlichen Theorien keinen praktischen Nutzen besitzen, daß sie ihm nicht helfen konnten. Mehr oder weniger aus “Zufall”, weil er die Fähigkeit besaß aufmerksam zuzuhören, was seine im geschickten Patienten so redeten, entdeckte er, daß sie über ihre Gefühle und Probleme sprachen, als wenn fremde Individuen unkontrollierbar ihr Leben beeinflussten.

Ich bin mir relativ sicher, daß es für einen Absolventen des universitären Mainstream nicht leicht gewesen ist, deren ausgetretene Pfade zu verlassen und sich auf diese Idee einzulassen. Schließlich braucht es Mut, sich den einflussreichen Strömungen innerhalb der psychiatrischen Agenden, wo es von finsteren Theorien nur so wimmelt entgegenzustellen. Wo die Ideen “selbstsüchtiger Gene” gepflegt, die Lehren Freudscher Psychoanalyse, Verhaltens-und Entwicklungspsychologie gehegt werden, daß alles was wir tun narzisstischen Bestrebungen und der Gewinnmaximierung, sowie der Erweiterung des menschlichen Genpools imagedienen würde.

<- Quelle:

Selbst den etwas “fortschrittlicheren Theorien” darunter, hängt das DOGMA um den Hals, daß, wenn wir positive und konstruktive Eigenschaften besitzen, sie von außen in uns quasi hineingerieben wurden. “Nagel für Nagel” positiver Erziehung, hätten uns dazu gezimmert .. was unter anderem auch die Basis, diverser Erziehungssysteme ist. Es wird allgemein angenommen, man müsse dem Menschen Einfühlungsvermögen, Anstand, Achtsamkeit oder Respekt beibringen, ihn Moral und Tugenden lehren. Eine philosophische Grundannahme, die anleitet nach außen zu gehen, um zu bekommen was wir benötigen. Und es bringt die diversen Abgänger innerhalb universitärer Mainstreambildung dazu zu glauben, SIE müssten ihren Klienten etwas geben, was IHRER Meinung nach jenen fehlen würde.

Und es bringt die Menschen nach Abschluss des Erziehungs-und Unterrichtssystems dazu, sich selbst von einer äußeren Umwelt abhängig zu fühlen, unfähig und wertlos, unvollkommen zu sein und nach dem “richtigen Experten” Ausschau zu halten, der seine Probleme FÜR IHN löst.

Richard C. Schwartz hat den umgekehrten Weg beschritten, indem er seinen Klienten und sich persönlich geholfen hat, den Weg zu SICH SELBST zu finden. Er war entschlossen, vielleicht auch verzweifelt genug anzunehmen, daß IN UNS SELBST alles vorhanden ist, wir müssen es nur entdecken. Das wahre Selbst ist immer vorhanden, es ist nur auf einer höheren Ebene als das “strategische Ego” angesiedelt.

Aber DAS hat er getan und es noch dazu bei sich selbst zuerst angewandt, was zu seinem persönlichen Erstaunen Heilung ermöglichte.  Nachzulesen im Büchlein .. und erwähnt sei noch, dies ist EINE Möglichkeit, um sein wirkliches Selbst zu befreien. Wir wollen hier keine neuen Dogmas kreieren, es gibt sicher noch andere Ideen und Anwendungen.

Now Folks, here we go – in “Medias Res” ..

Hierbei werden die IN uns prinzipiell angelegten Fähigkeiten des wahren Selbst genützt, welches neugierig, mitfühlend, voller Verständnis und Wissen ist. Diese Vorurteilslose Perspektive ermöglicht es, sich den diversen Identitätsaspekten unseres inneren Familienkonglomerats zu nähern und in Beziehung zu treten. Die angewandte Methode erscheint ziemlich simpel, funktioniert jedoch prächtig, wie ich bestätigen kann. Einfachheit scheint überhaupt ein Merkmal gut funktionierender Dinge zu sein ..

Das “Geheimnis der Götter” war es, den Schlüssel zur Freude und der Liebe, zu innerem Frieden und Vollkommenheit, an einem Ort zu verstecken, der offensichtlich, aber der letzte Platz sein würde, wo der Mensch suchen würde. Überraschung – in uns selbst, im menschlichen Herzen ..

WER ist anwesend, wenn wir innehalten und Gefühle zurücktreten?

Übung 1: (Das System der inneren Familie; S. 55-56 – (gekürzt und umformuliert)

Die Methode kann als eine Form von meditativer Praxis verstanden werden, man ziehe sich an einem ungestörten Ort zurück, schalte diverse Belästigungen und mögliche Störungen aus, und/oder hänge ein Schild – “DO NOT DISTURB- WEHE WENN .. “ an die Türe. Man kann dazu liegen oder sitzen, wie es einem beliebt.

Vom Selbst aus wahrnehmen ..

Man denke beispielweise an eine Person, die uns bekannt, aber welcher gegenüber wir uns verschlossen haben, oder im Streit liegen. Egal, wie lange dieser schon zurückliegen mag .. jemand, der uns womöglich verletzt hat, oder dem wir daher nicht mehr trauen. Oder einem Menschen, der uns gehörig auf “die Nüsse” geht, mit anstrengenden Eigenschaften ..

Ab dem Zeitpunkt, wo einem eine solche Person ins Gedächtnis kommt, “malen” wie uns in unserer Vorstellung einen Raum aus, wo diese Person steht. Wir selbst stehen außerhalb jenes Raumes und beobachten erstmal die Person durch eine Art Fenster. Versucht dann dabei, das ganze Bild nicht mehr von außen, nicht in der 3. Person Perspektive, sondern durch eure Augen direkt auf die Person zu sehen. Ihr SEID IN dem Raum und nehmt in euch wahr, während ihr durchs Fenster betrachtet.

Nach einiger Zeit lenke man die Aufmerksamkeit darauf, welche Gefühle uns dabei hochkommen, währenddessen wir die Person betrachten. Möglicherweise kommen vielleicht Wut, Aggression, aber auch Gleichgültigkeit, Angst, oder Verurteilungen auf.

Daraufhin konzentriert man sich auf dieses Gefühl, diese Wahrnehmung, und BITTET dieses Gefühl für einen kleinen Moment beiseitezutreten. Klingt womöglich befremdlich, mit einem Gefühl oder Emotion zu reden, aber nach einigem probieren wird man entdecken, wie das Gefühl nachlässt, wie Hass, Wut oder Aggression schwindet. FALLS also dies eintrifft, achtet man darauf welches Gefühl als NÄCHSTES auftaucht – manchmal liegen weit mehr als nur eines vor.

Und wenn kein Gefühl von Akzeptanz, von Neutralität, Mitgefühl oder mindestens Neugier auftaucht, ist man noch nicht auf der Ebene des wahren Selbst angelangt.

Daher bittet man solange, jedes auftauchende Gefühl darum kurz auf die Seite zu treten, bis man den Eindruck von Neutralität, etc. an sich zu spüren beginnt. Sollte sich ein Gefühl überhaupt nicht fortbewegen wollen, beginnen wir es direkt anzusprechen und zu fragen, was es befürchtet, wenn es sich von einem lösen würde. Meistens haben diese Teile sehr gute Beweggründe, man wird entdecken, daß hier keine Form von Störrigkeit, oder Bösartigkeit vorliegt, sondern vielmehr eine Schutzfunktion aufrechterhalten wird, um einer möglichen, erneuten Verletzung durch diese Person vorzubauen.

Eine gute Möglichkeit ist es, diesen Anteilen zu versichern, daß wir in dieser Übung NUR innerhalb des Raumes und des Fensters bleiben werden und keine Absicht einer Interaktion vorliegt. Sagt dem Gefühl, daß ihr lediglich herauszufinden versucht, was passieren würde, wenn die Anteile zurücktreten und ihr selbst präsent seid.

WENN man das geschafft und die verschiedenen, hochkommenden Anteile überzeugt hat, wenn sie beiseite getreten sind – WENN man ein nachlassen aller beschützenden Gefühle spürt, wird man plötzlich unbekümmerte Neugier wahrnehmen. Warum, fragt man sich, hat sich jene Person so und so benommen? Vielleicht taucht der Drang auf, die erlebte Situation aus der Perspektive des anderen zu betrachten und sie daher besser und ihre Dynamik verstehen .. man will vielleicht immer noch nicht, in die Nähe dieser Person, aber achtet mal drauf, ob sich eure Wahrnehmung der Person dadurch nicht etwas verändert. Sieht sie vielleicht anders, weniger abstoßend oder weniger bedrohlich aus?

Dieser Versuch dient eher dazu, erstmal eine Ahnung davon zu bekommen, was genau das wahre Selbst ist, daß man wirklich eine Selbstführende Instanz IN sich hat, die man bewusst hervorbringen kann. Zusätzlich dient diese Übung als eine Art Einführung, die Möglichkeiten einer direkten Kommunikation mit unseren Gefühlen zu erkunden.

2. Übung:  (entnommen aus “Das System der inneren Familie”; S. 57-58; – gekürzt und umformuliert)

Walking on the Path ..

Erneut entspannen wir uns, nehmen einige tiefe Atemzüge und stellen uns vor, wir stehen am Beginn eines Weges. Irgendein Weg, völlig egal, wo in der visualisierten Landschaft. Vielleicht ja einer, den man kennt, oder schon mal gegangen ist. BEVOR wir uns jedoch aufmachen, diesen Weg entlangzuspazieren, nehmen wir Kontakt zu unseren Emotionen und Gedanken auf (unseren Anteilen) und bitten sie, sie möchten HIER bleiben und uns alleine vorausgehen lassen. Einige werden bereitwillig beiseite treten, andere werden ängstlich regieren und uns nicht alleine gehen lassen wollen.

Wir versichern ihnen freundlich, daß wir nicht lange weg sein werden und daß die kurze Trennung für sie und uns GUT ist. Zudem verpflichten und bitten wir jene Teile, die keine Angst haben, sich um die ängstlichen zu kümmern. Wir beginnen ERST dann, diesen Pfad im Nirgendwo entlangzugehen, wenn wir keine Gedanken und Gefühle mehr wahrnehmen. Solange noch irgendwelche Gedanken rumflattern, diskutieren wir mit ihnen und fragen, was ihre Befürchtungen sind, wieso sie nicht zurücktreten – so lernen wir unsere Anteile kennen und was sie umtreibt.

Irgendwann wird man die Bereitschaft spüren, den Weg nun beschreiten zu können. Einfach losgehen, die Landschaft kann sich dabei beliebig vor dem inneren Auge verändern. Man ACHTE jedoch auf folgendes:

Sieht man sich aus der 3. Person Perspektive, von außen, oder von oben? Oder IST man in der Landschaft, sieht durch die Augen, wie die Füße den Weg gehen, die Blumen, oder andere Wegumgebung?

Wann immer wir uns in dieser Übung von außen sehen, begleitet uns noch ein Gedanke/Gefühl/Unsicherheit/Emotion – am besten überprüft man von Zeit zu Zeit, ob noch gedacht wird. Stellen wir solches fest, bitten wir auch jene, noch heimlich an Bord verweilenden Gedanken oder Gefühle, zu den anderen Wartenden zu gehen und dort auf unsere Rückkehr zu warten. Während des Gehens wird man den Zeitpunkt spüren, wenn alles gegangen ist. Achtet darauf, wie der innere Raum sich weitet, welche Art von Energie fließt .. man fühlt sich ganz in der Gegenwart, stark, friedlich und ausgeglichen.

Wenn man sodann den Impuls hat, man sei lange genug herumgewandert, geht man zurück zu seinen Anteilen. Man fragt sie, wie es ihnen ergangen ist und ob jemand etwas von dir braucht. Vielleicht eine Umarmung, oder die Versicherung, sie urteilsfrei anzunehmen. Man dankt ihnen, daß sie es erlaubten, ohne sie zu gehen. FALLS dies jedoch nicht möglich war, danken wir, daß uns ihre Ängste und Sorgen mitgeteilt wurden.

Und dann kehren wir zurück, in die Gegenwart der materiellen Welt.

Bildquelle: –>

image

Diese beschriebenen Übungen mögen einfach erscheinen, aber diese Arbeit mit den inneren Anteilen dient ihrer Entlastung, damit sie ein Gefühl dafür bekommen, daß WIR SICHER sind ohne sie. Man wird mit fortgesetztem Üben entdecken, daß sogar Aspekte, die uns stets die eigene Wertlosigkeit vor Augen hielten, letztlich wahre Rohdiamanten sind, deren wirklichen Qualitäten erst herausgeschliffen werden mussten.

Klingt das ganze schräg? Oh, sicher doch, na und?  Es kommt doch eher auf die Praktikabilität des Ganzen an, warum nicht probieren, wenn es nützlich ist?

Es gibt im Grunde, in diesem Bereich keine vollständig erklärbaren, ultimativen Theorien. Wir stehen erst am Anfang, unser Innenleben wirklich kennenzulernen. Und was für einige funktioniert, wird für andere leider wenig ausreichen. Ball flach halten, offen sein für Möglichkeiten ist angesagt ..

Es braucht aber auch Zeit, stetes bemühen und ist, wie schon öfters gesagt, kein “Wochenendtrip”. Außerdem möchte ich wirklich empfehlen, daß besagte Büchlein zu erwerben, die beiden Übungen alleine werden etwas zu wenig, aber ein hilfreicher Anfang sein, sich selbst, seine Gedanken und Gefühle besser zu verstehen. Man wird auch feststellen, daß sich die Tiefe der äußeren Beziehungen, durch die Beziehung mit den inneren Anteilen verstärken wird.

Man kann auch in Google Books, in dem Buch reinschmökern, aber wie immer gibts dort fehlende Seiten. Aber für etwas von WERT sollte ruhig auch Geld ausgegeben werden.

However, find your Way home ..

Einen entspannten Sonntag ALLEN Lesern und LeserInnen .. Smilie

Quellennachweise:

Das System der inneren Familie

________________________________________________________________________________________

© Steven Black

Alle Artikel auf meiner Website dürfen bei Nennung des Autors und Linksetzung der Website, gerne und jederzeit kopiert und weiterverteilt werden. Ausgenommen davon sind Gewerbliche Interessen, wie etwa einen dieser Artikel in diversen Medienpublikationen zu veröffentlichen, bedarf der Genehmigung des Autors.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in: Innere Personen, Steven Black

von

Ich bin Renate, Inhaberin von myHeart, Spirituelle Lehrerin & Expertin für alles Energetische und Bloggerin. Ich schreibe vor allem über weibliche und erlebbare Spiritualität, Bewusstseinsentwicklung, bewusste Beziehung, die Innere Personen Dynamik - und was immer sonst noch mich bewegt. Ich gehöre keiner bestimmten Religion oder bekannten Tradition an.

Was meinst du dazu? Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s