Berührend & Faszinierend
Kommentare 5

Ich finde meinen Stamm

Die Menschen meines Stammes

sind leicht zu erkennen:
Sie gehen aufrecht aus innerer Größe und haben ein Strahlen in den Augen.
Sie halten sich weder für besser noch erleuchtet.
Sie sind durch ihre eigene Dunkelheit gegangen und haben ihre Schattendämonen erkannt und angenommen.
Zwar wissen sie wohl, was ihnen angetan wurde und welche Fehler sie selbst begingen.
Doch haben sie ihre Scham abgelegt und ihre Wut befreit.
Sie haben die alten Ketten gelöst, indem sie die Nabelschnur durchtrennt und die Vergebung vollbracht haben.
Weil sie nichts mehr verbergen wollen, sind sie offen und klar und manchmal herb wie ein Heilkraut.
Weil sie nichts mehr verdrängen müssen, sind sie voll Energie und Begeisterung fürs Dasein.

Die Menschen meines Stammes haben das Heilige Feuer wiedergefunden:
Das Feuer der Lebenslust in Bauch und Becken, die Flamme der Liebe im Herzen und das spirituelle Licht in ihrem Geist.
Sie kennen die ungezähmte Kraft der Wilden Frau und des Wilden Mannes in sich und haben keine Angst davor.
Sie halten nichts für selbstverständlich und würdigen ihre Mitmenschen durch Dank.
Sie sind nicht leichtgläubig, sie vertrauen ihren Fähigkeiten und folgen ihrem Herzwissen und Hausverstand um ihre eigenen Erfahrungen zu machen.
Sie nützen die Stille und lauschen dem Atem, um sich zu sammeln und sich wiederzufinden, falls sie sich im Rausch des Lebens verloren haben.

Die Menschen meines Stammes sind nicht perfekt, doch streben sie nach einer Vollkommenheit der Liebe zu allem Lebendigen und nach Wahrhaftigkeit im Ausdruck.
Wenn sie oder ihre Freunde Fehler machen, sind sie ehrlich und fair und beginnen von Neuem mit Humor und Vertrauen.
Sie lieben es, zu teilen und sich mitzuteilen, zu geben und zu empfangen.
Sie müssen nicht immer stark sein und können auch eine Bitte aussprechen.
In Zeiten von Schwäche bewahren sie ihre Selbstachtung und gehen liebevoll mit sich und anderen um.

Als friedvolle Krieger kämpfen sie mutig und solidarisch gegen Not und Unrecht.
Sie sind gegen jede Form von Unterdrückung, Rassismus und Gewalt und verschließen sich nicht vor dem Fremden.
Sie begegnen einander auf Augenhöhe und achten die Eigenart jedes einzelnen Menschen.
Sie konfrontieren sich ohne Bosheit und lieben ohne Rückhalt.
Mit Herz, Hirn und Hand sorgen sie für das Wohl aller Kinder.

Die Frauen und Männer meines Stammes verstehen zu genießen.
Sie gehen gern barfuß, haben ein warmes Herz und lieben innig und leidenschaftlich.
Sie wissen, daß sie einst sterben werden.
Daher sind sie sich bewußt der Kostbarkeit des heutigen Tages und drücken durch Worte und Berührung aus, was sie denken und fühlen gegenüber den Menschen, die ihnen wichtig sind.
Getrennt von ihren Lieben, können sie gut mit sich allein sein und wissen sich mit allen Wesen der Erde im Kern verwandt.
Trotzdem sehnen sie sich nach dem Stamm ihrer Seelenschwestern und Seelenbrüder, so wie ich, Lachender Rabe.

Ich freue mich darauf, Dich (wieder) zu sehen.

Gerhard Lipold
(aus meinem Buch ONE EARTH SONGS, Seite 319)
www.lipold.com

Klärung der Urheberschaft: Im Internet kursiert ein Text eines unbekannten Autors mit dem Titel „Ich suche meinen Stamm“. Dieser Internet-Text hat mich inspiriert, einen eigenen zu schreiben. Mein Text mit dem Titel „Ich finde meinen Stamm“ setzt sich nun zusammen wie folgt: Ca. ein Drittel des obigen Textes stammt inhaltlich vom Internet-Text und wurde von mir z.T. umformuliert und durch Eigenes ergänzt. Zwei Drittel des obigen Textes sind neu und stammen von mir, Gerhard Lipold.

Den spirituellen Namen „Lachender Rabe“ empfing ich in einem VisionQuest vor 25 Jahren.

Wenn Du magst, schenk den Text weiter, auf daß unser Stamm wachsen möge.

Aho Mitakuye Oyasin! (Lakota-Sprache) – Zum Wohle aller Wesen!

Foto © Renate Hechenberger / Shutterstock

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in: Berührend & Faszinierend

von

Ich bin Renate, Inhaberin von myHeart, Spirituelle Lehrerin & Expertin für alles Energetische und Bloggerin. Ich schreibe vor allem über weibliche und erlebbare Spiritualität, Bewusstseinsentwicklung, bewusste Beziehung, die Innere Personen Dynamik - und was immer sonst noch mich bewegt. Ich gehöre keiner bestimmten Religion oder bekannten Tradition an.

5 Kommentare

  1. Bernd sagt

    Hallo Renate,

    Da hast du ja wieder einen sehr schönen Beitrag.
    Beim Bitten mußte ich sehr lange üben und wenn es dann noch mit dem Ausdruck besser klappt – könnte es glatt von mir sein. 😉

    Mit lieben Gruß an dich
    und
    an Tanya

    Wirklich, sehr schön!

    Gefällt mir

Was meinst du dazu? Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s